Der Zauber des Neuanfangs1

Ein leeres Heft, dieses neue Jahr. Schneeweiß die Seiten. Der Zauber des Neuanfangs liegt darüber, als ob alles anders werden könnte. So viele unverbrauchte Tage, die es zu gestalten gilt. So viele Möglichkeiten, die mich locken.
Doch dann denke ich daran, wie es früher war mit den neuen Heften: Meine Schrift war doch immer dieselbe geblieben. Und so sehr ich mich anfangs wirklich noch bemühte, alles richtig und schön zu machen, gelang es mir auf lange Zeit nie. Irgendwann schmierte ich doch wieder nur noch auf das schöne weiße Papier oder musste irgendwas durchstreichen, weil es auch mit dem Tintenkiller nicht mehr zu retten war.

Auch im neuen Jahr werde ich dieselbe bleiben, weil ich mich selber immer und überall hin mitnehme. Manchmal beunruhigt mich das, weil ich anders als in meinem Englischheft, im Heft meines Lebens nicht mit Radiergummi oder Tintenkiller arbeiten kann. Alles, was ich notiere, wird so stehen bleiben, wie es ist. Im Nachhinein kann ich kein einziges Komma hinzufügen oder ein Wort wieder streichen.
Deshalb wünsche ich mir, dass das, was ich schreiben werde, gelingen wird. Dass ich von bunten Tagen und schönen Wegen erzählen kann, von Menschen an meiner Seite, auf die ich mich verlassen kann, von Plänen, die gelingen.

Aber ich weiß auch: Manches wird am Ende des Jahres in diesem Heft stehen, das mir nicht gefallen wird. Es werden Dinge geschehen, die ich mir nicht ausgesucht habe. Ich werde erzählen müssen von Abschieden, die mich schmerzen. Oder von manchem, das mir misslungen ist.

Welchen Titel ich später im Rückblick dem Jahr 2021 geben werde, weiß ich nicht. Aber es tut mir gut zu wissen, dass mein Titel nicht über dem Ganzen stehen wird, sondern nur ein Untertitel ist. Denn über das Buch meines Lebens hat ein anderer seinen Namen als Überschrift gesetzt: Jesus Christus. Fest und unverrückbar steht sein Name da. In ihm lebe ich mein Leben. Die guten Tage und auch die schweren. Die bunten Momente, als auch die dunklen. Die Freude, die Liebe, den Schmerz und das Leid. Immer ist er da, neben mir.

 

1 Gedanken aus: Tina Willms, Erdennah-Himmelweit.

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